Die längsten und größten Flüsse, welche durch Kasachstan fließen. werden in diesem Artikel mit einer kurzen Beschreibung des Flusslaufes vorgestellt.

Flüsse in Kasachstan Flusskarte

Karte mit den längsten Flüssen in Kasachstan

1. Der Irtysch

Der Irtysch ist ein 4.248 Kilometer langer linker Nebenfluss des Ob in China, Kasachstan und Russland. Der Fluss entspringt in China im Mongolischen Altai als Schwarzer Irtysch (den Namen trägt er bis zur Mündung in den Saissansee), erreicht zuvor Kasachstan und fließt in nordwestlicher Richtung zum westlichen Altai, den er dann auch durchströmt. Nicht erst darin durchfließt der Irtysch den vom Buchtarma-Stausee überfluteten Saissansee.

Nach dem Durchfließen des Absperrbauwerks des Stausees, das sich bei Öskemen befindet, tritt er bei Semei in die weiten Steppen Kasachstans ein. Spätestens bei Semei erreicht der Irtysch dasWestsibirische Tiefland östlich des Urals. Südöstlich von Omsk kommt er nach Russland, passiert danach die Stadt Tobolsk und mündet schließlich bei Chanty-Mansijsk in den Ob. Seine wichtigsten Nebenflüsse sind rechtsseitig die Buchtarma, der Om und die Demjanka und linksseitig der Ischim, der Tobol und die Konda.

2. Der Ural

Der 2428 km lange Ural ist ein eurasischer Fluss in Russland und Kasachstan. Nach der verbreitetsten Definition der innereurasischen Grenze ist er Grenzfluss zwischen Europa (westliches Ufer) und Asien (östliches Ufer). Der Ural entspringt in Russland in den nordöstlichen Ausläufern des Awaljak-Rückens im Südural, in einem mit dem senkrecht dazu stehenden Alabija-Rücken gebildeten, südwestlich orientierten Talkessel. Die Quelle liegt in 790 m Höhe, 16 km nördlich des Ortes Burangulowo, Rajon Utschaly, Republik Baschkortostan, etwa 150 km nördlich von Magnitogorsk, von wo der Ural zwischen zwei in Nord-Süd-Richtung verlaufenden Gebirgsketten in südlicher Richtung und durch den Iriklinski-Stausee nach Orsk fließt. Dort knickt er (am sogenannten Uralknie) in einem ca. 90°-Winkel nach Westen ab und gelangt erst nach Orenburg. Nachdem er die Grenze zu Kasachstan gequert hat, erreicht er Oral. Der nun schiffbare Fluss wendet sich nach Süden, um die kasachische Tiefland-Steppe bzw. den Norden der Kaspischen Senke zu durchfließen. Etwa 500 km (Luftlinie) weiter südlich von Oral mündet er im westlichen Kasachstan bei Atyrau – ein sumpfiges und schilfreiches Mündungsdelta bildend – in mehreren Armen ins Kaspische Meer.

3. Der Ischim

Der 2450 km lange Ischim ist ein linker Nebenfluss des Irtysch in Kasachstan und Russland. Der Ischim entspringt in Kasachstan am Nordwestrand der Kasachischen Schwelle und fließt zunächst in Richtung Westen, wobei er die kasachische Hauptstadt Astana zwischen repräsentativen Promenaden durchfließt. In ihrer Nähe wurde der Ischim zu einem Stausee aufgestaut. Weiter westlich beiDerschawinsk knickt der Fluss nach Norden ab. In seinem schiffbaren Unterlauf passiert er Petropawl und, bereits auf russischem Gebiet, die Stadt Ischim. BeiUst-Ischim mündet er in den Irtysch.

4. Der Syrdarja

Der 2212 km lange Syrdarja ist ein Fluss Zentralasiens, der in den Nördlichen Aralsee mündet.

Der Fluss entsteht durch den Zusammenfluss von Naryn und Karadarja, zweier aus Kirgisistan kommenden Quellflüsse. Diese „Flusshochzeit“ erfolgt in Usbekistan im Ferghanatal zwischen den Gebirgmassiven Tianshan und Alai. Von dort fließt der Syrdarja in westlicher Richtung durch das Tal und passiert dabei am Eingang des Kairakkum-Stausees die Grenze zu Tadschikistan. Etwas unterhalb des Stausees gelangt sein Wasser erneut nach Usbekistan, erreicht hier das Tiefland von Turan und wendet sich nach Norden, um später die Grenze nach Kasachstan zu überqueren. Der Syrdarja durchfließt Kasachstan in Richtung Nordwesten, er bildet dort den Nordrand der Kysylkumwüste. Im Winter gibt es am Unterlauf des Syrdarja Überschwemmungen, deswegen muss ein Teil derAbflussmenge in den See Aydar Koʻl in Usbekistan abgeleitet werden.

Der durch starke Wasserentnahme für Bewässerungszwecke erheblich verringerte Fluss mündet schließlich in den Nördlichen Aralsee. Zusammen mit dem Naryn (seinem rechten Quellfluss) ist er 3019 km lang. Dann beträgt das Einzugsgebiet einschließlich aller Zuflüsse 782.669 km². Früher bildete der Syrdarja in seinem Mündungsbereich ein Binnendelta.

5. Der Ili

Der Ili ist ein 1001 km langer Fluss in China und Kasachstan(Zentralasien). Mit dem linken Quellfluss Tekes (Tekes He) ist er 1439 km lang.

Der Ili entsteht an der nördlichen Abdachung des Tianshan-Gebirges im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang im Nordwesten der Volksrepublik China am Zusammenfluss seiner beiden Quellflüsse Tekes von links und Künes von rechts. Die Quelle des Künes liegt zwischen den Teilgebirgen Narat (Khaliq tau) und Irenchabirga (Ereen Chabarg), die bis zu5500 m hoch aufragen. Von dort aus fließt der wasserreiche Künes in westlicher Richtung durch ein stets breiter werdendes Hochgebirgstal, wobei er das südlich aufragende Ili-Gebirge passiert, ein weiterer Teil des Tianshan. Dann vereinigt sich der Künes mit dem von Süden kommenden 438 km langen Tekes zum Ili.

Danach trifft der Kax aus Richtung Norden auf den Ili. Wenig später erreicht sein Wasser die chinesische Stadt Gulja, die Hauptstadt des Kasachischen Autonomen Bezirks Ili (in China). Weiter westlich kreuzt der Ili die Grenze zu Kasachstan. Kurz nach der Grenze bildet er abschnittsweise die Südgrenze des Altyn-Emel-Nationalparks. Nördlich der ehemaligen kasachischen Hauptstadt Almaty, die der Ili in dieser Himmelsrichtung etwa 70 km entfernt passiert, fließt er durch den Qapschaghai-Stausee (Fläche 1847 km²; Inhalt 28,10 km³), der ihm zu Bewässerungszwecken und zur Trinkwasserversorgung reichlich Wasser entzieht.

Dessen ungeachtet fließt der Ili trotzdem mit verhältnismäßig viel Wasser durch dasSiebenstromland in nordwestlicher Richtung durch eine wüstenhafte Steppe, verliert dann aber unter anderen durch Verdunstung doch noch reichlich Wasser und mündet über ein ausgedehntes, artenreiches Delta in den abflusslosen Balchaschsee. Dessen Größe nimmt durch die steigende Wasserentnahme in China und Kasachstan seit einigen Jahren stark ab.