Der Amerikanische Unabhängigkeitskrieg (englisch American Revolutionary War oder American War of Independence) fand von 1775 bis 1783 zwischen den Dreizehn Kolonien einerseits und der britischen Kolonialmacht andererseits statt. Er war der Höhepunkt der amerikanischen Unabhängigkeitsbewegung und führte nach der Unabhängigkeitserklärung 1776 und der Bildung der Konföderation 1777 zu deren siegreichem Abschluss und zur Entstehung der Vereinigten Staaten von Amerika.unabhaengigkeitskrieg in amerika 1775

Der Ausgang des Krieges wurde ab 1778 durch das aktive Eingreifen Frankreichs zugunsten der Kolonisten entschieden. Die Hauptkampfhandlungen endeten im Jahre 1781 nach der britischen Niederlage in der Schlacht von Yorktown, der Krieg selbst wurde mit der Unterzeichnung eines Vorfriedens am 30. November 1782 bzw. des Friedens von Paris am 3. September 1783 offiziell beendet.

Die Unabhängigkeitsbewegung wurde zunächst von Samuel Adams und Thomas Jefferson geführt. Mehrfach kam es zu Übergriffen in Boston, teilweise gesteuert durch die Geheimgesellschaft Sons of Liberty. Nach dem ersten Boykott 1770 kam es 1773 zur Boston Tea Party. Die britische Regierung verabschiedete daraufhin 1774 die sogenannten „unerträglichen Gesetze“ (Intolerable Acts) und ordnete die Beschlagnahmung militärischer Vorräte in Massachusetts an (vgl. Powder-Alarm). Die Kolonisten reagierten darauf mit der Einberufung des ersten Kontinentalkongresses, der im September und Oktober 1774 in Philadelphia tagte. Alle 13 Kolonien (Connecticut, Delaware, Georgia, Maryland, Massachusetts, New Hampshire, New Jersey, New York, North Carolina, Pennsylvania, Rhode Island, South Carolina, Virginia) verweigerten von nun an den Handel mit Großbritannien.

Am 9. Februar 1775 erklärte die britische Regierung Massachusetts zur abtrünnigen Provinz. Am 23. März hielt Patrick Henry vor der Provinzversammlung von Virginia seine Rede „Give me Liberty, or give me Death“. Auf britischer Seite war die Entschlossenheit König Georgs III., die Kolonien mit Gewalt zu bezwingen, durchaus populär. Am 30. März verabschiedete das britische Parlament den New England Restraining Act, mit dem die aufrührerischsten Provinzen bestraft werden sollten. Ein entsprechender Antrag wurde 1775 im Unterhaus des Parlaments mit 304 gegen 105 Stimmen, im Oberhaus mit 104 gegen 29 Stimmen angenommen. Diese Maßnahme konnte aber den Zusammenschluss der Provinzen in der nun folgenden Auseinandersetzung nicht mehr verhindern.

Am 19. April 1775 fanden die ersten Scharmützel einer amerikanischen Miliz mit britischen Truppen, die Gefechte von Lexington und Concord, statt. Dies war der Beginn des Unabhängigkeitskrieges.

Zunächst war die Lage der 2,5 Millionen aufständischen Siedler ungünstig: Weder reguläre Truppen noch finanzielle Mittel und Kriegsmaterial waren in ausreichender Menge vorhanden. George Washington, zu dieser Zeit Gutsbesitzer aus Mount Vernon (Virginia), erhielt am 2. Juli 1775 den Oberbefehl über eine 15.000 Mann starke Ansammlung von Miliztruppen aus den Bundesstaaten Neuengland, Pennsylvania, Maryland und Virginia, die „Kontinentalarmee“ genannt wurde.

Auf der gegnerischen Seite standen neben den britischen Truppen vor allem 30.000 Söldner aus deutschen Staaten. Diese Streitmacht wurde von den Loyalisten, englandtreuen Siedlern, und mehreren englandtreuen Indianerstämmen, die weitere Verletzungen des Grenzabkommens von 1763 nach der Unabhängigkeit befürchteten, unterstützt. Da der größte Teil der deutschen Söldner aus Hessen-Kassel stammten, wird dieser Truppenteil in der englischsprachigen Geschichtsschreibung häufig unter dem Namen Hessians zusammengefasst. Der Versuch von Truppen unter dem Kommando von Benedict Arnold, Kanada den Briten zu entreißen, scheiterte nach Anfangserfolgen mit der Niederlage in der Schlacht von Québec am 31. Dezember 1775. Die Amerikaner räumten daraufhin ihre Eroberungen und unternahmen in der Folge keinen ernsthaften Versuch mehr, Kanada anzugreifen. Am 4. Juli 1776 erklärten die aufständischen 13 Staaten ihre Unabhängigkeit.

Im August desselben Jahres nahmen die Briten New York ein. George Washington gelang es nach einer Reihe von Niederlagen, im Dezember 1776 mit seinem Sieg in der Schlacht von Trenton die Situation der Aufständischen zu stabilisieren. Die heimliche Unterstützung der Aufständischen mit Waffen durch Frankreich, unter Mitwirkung Beaumarchais, ab 1776 spielte zweifellos eine entscheidende Rolle. Im September 1777 besetzten die britischen Truppen Philadelphia. Mit ihrem Sieg in der Schlacht bei Saratoga gelang der amerikanischen Armee jedoch eine Wende im Krieg.

Trotz des Sieges bei Saratoga war die militärische Lage im Winter 1777/78 für die amerikanische Armee sehr schlecht. Die amerikanischen Milizen gingen aus Mangel an Verpflegung, Geld und Kleidung nach Hause. Das Heer bestand so nur noch aus rund 5000 Mann. Einheitliche disziplinarische und dienstliche Strukturen existierten praktisch nicht. Zu diesem Zeitpunkt zog sich Washington nach Valley Forge bei Philadelphia, außerhalb des britischen Einflussbereiches, zurück.

Die hier verstärkte Ausbildung der Truppen, in der Friedrich Wilhelm von Steuben eine tragende Rolle spielte, gilt als einer der entscheidenden Faktoren für den Sieg im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg. Steuben baute die Armee im Lager von Valley Forge, als Generalmajor und Generalinspekteur taktisch und operativ auf. Er sorgte für die Disziplinierung, die Organisation und die Einübung der Truppen und war zeitweilig Generalstabschef George Washingtons. Bis 1784 blieb Steuben zudem Generalinspekteur des Heeres.

Die Verbesserungen Steubens in der amerikanischen Armee zeigten sich am 28. Juni 1778 in der Schlacht von Monmouth. Dadurch wurde den Truppen das Gefühl gegeben, den Briten auch in einer offenen Schlacht gewachsen zu sein.

Die Briten und ihre Verbündeten litten zunehmend unter einer Zersplitterung der Kräfte und an Nachschubproblemen, die sich mit dem Kriegseintritt Frankreichs 1778, Spaniens 1779 und der Niederlande 1780 auf Seiten der Amerikaner weiter verschärften. Der Konflikt wurde jetzt zunehmend auch zur See ausgetragen. Insbesondere Frankreich verlegte in größerem Maße Truppen in die Neue Welt.

1778 und 1779 griffen die absolutistischen Mächte Frankreich und Spanien auf der Seite der Aufständischen in den Krieg ein. Gegen den britischen Kaperkrieg erklärten zudem 1780 Russland, Frankreich, Spanien, die Niederlande, Schweden, Dänemark, Österreich und Preußen die Bewaffnete Neutralität als Schutzbündnis vor den Übergriffen der britischen Seekriegsführung.

In Europa unterließen es die Verbündeten trotz zahlenmäßiger Überlegenheit, die englischen Küsten energisch zu blockieren. Die Seeschlacht bei Ouessant gegen die Franzosen am 27. Juli 1778, die Seeschlacht bei Kap St. Vincent am 16. Januar 1780 gegen die Spanier sowie die Schlacht auf der Doggerbank am 5. August 1781 gegen die Holländer blieben ohne Entscheidung. Im Februar 1782 konnten die Spanier Port Mahon auf Menorca erobern, während die Belagerung von Gibraltar scheiterte.

Wichtige französisch-britische Seegefechte in der Karibik waren die Seeschlacht von Grenada am 6. Juli 1779, die Seeschlacht von St. Kitts am 25. und 26. Januar 1782 und die Schlacht von Les Saintes am 12. April 1782. Auch östlich Vorderindiens gab es mehrere Seeschlachten. In Westafrika besetzen die Briten ab 1782 sowohl die Niederländische Goldküste als auch die Dänische Goldküste. Französische Truppen landeten daraufhin in der niederländischen Kapkolonie, um zusammen mit den Niederländern einen britischen Angriff abzuwehren.

Der entscheidende Schlag gelang den amerikanischen Truppen und ihren französischen Verbündeten im Oktober 1781, als nach der Belagerung von Yorktown, Virginia, die britische Armee kapitulierte.

Am 30. November 1782 wurde zwischen den Vereinigten Staaten und Großbritannien ein Vorfrieden unterzeichnet. Die Vereinigten Staaten schieden damit ohne Abstimmung mit ihren europäischen Verbündeten aus dem Krieg aus, während außerhalb Nordamerikas Frankreich, Spanien und die Niederlande noch gegen Großbritannien kämpften.

Im Frieden von Paris (1783) erkannte Großbritannien die Unabhängigkeit der ehemals britischen Kolonien an. Großbritannien verzichtete auf alle Gebiete bis zum Mississippi. Die Vereinigten Staaten dehnten ihre Nordgrenze bis an die Großen Seen aus, Florida fiel wieder an Spanien.