In der deutschen Sprachwelt finden sich neben dem Vornamen und Nachnamen auch Bezeichnungen wie Rufname oder Familienname. Richtig schwierig wird es etwa für nicht Deutsch sprechende bei Bezeichnungen wie Mädchenname oder Geburtsname. Und was ist eigentlich ein Doppelname? Was diese Ausdrücke bedeuten wird in diesem Artikel erklärt.

Unterschied zwischen Vor- und Nachname first name last name

Bild: Beispiele Vorname Nachname

Was steckt hinter der Bezeichnunge Vorname?

Der Vorname bezeichnet den ersten Namen einer Person. Im Gegensatz zum Nachnamen kann aus dem Vornamen im deutschen Sprachraum kein Bezug zur Familie hergestellt werden. In Deutschland haben viele Menschen sogar mehrere Vornamen. Diese werden im Regelfall von den Eltern bei der Geburt festgelegt. Häufig wird dabei der erste Vorname von den Eltern ausgesucht. Dieser unterliegt den aktuellen Moden. Der sogenannte zweite Vorname kann dann zum Beispiel der Name der Grossmutter oder des Großvaters sein. Der Vorname oder die Vornamen müssen auch nicht geschlechtsspezifisch sein, diese Regelung wurde 2008 vom höchsten deutschen Gericht abgeschafft. Davor galt, dass man am ersten Vornamen das Geschlecht des Träger erkennen musste.

Was ist der Rufname?

Der Rufname ist eine andere Bezeichnung für den im täglichen Leben genutzten Vornamen einer Person. Der Name mit dem man die Person ruft oder anspricht, also zum Beispiel: „Hallo Kurt, hast du heute schon den Kaffee gemacht?“ Der Rufname lautet auf Kurt. Auch bei doppelten bzw. mehrfachen Vornamen gibt es einen Rufnamen, mit dem die Person angesprochen wird. Kurt Heinrich Maier hat den Rufnamen Kurt. Es gibt auch doppelte, zusammengefasste Vornamen als Rufnamen, etwa Karl-Heinz.

Typisch deutsche (germanische) Vornamen

Typisch deutsche weibliche Namen sind Lina, Ruth, Dagmar, Edeltraud und Brigitte. Bei den Männer sind dies Waldemar, Bodo, Manfred, Ludwig und Hasso.

Mehrere Vornamen

Beispiel hierfür ist der in Deutschland durch seine Darstellung als Stromberg bekannte Christoph Maria Herbst. Hier ist Christoph der Vorname und Maria der zweite Vorname. Herbst lautet der Nachname. Auch seine älteren Schwestern tragen den Zweitnamen Maria.

Wie sollte ein Vorname in Deutschland beschaffen sein?

Es gibt einige Richtlinien für die Namensgebung in deutschen Landen:
Der Vorname muss als solcher erkennbar sein, darf dem Kindeswohl nicht schaden, das religiöse Empfinden der Mitbürger nicht verletzten und kein weit verbreiteter Orts- oder Markenname sein.
Ausserdem darf er auch kein Familienname sein.
Ausnahmen bestätigen die Regel: Erlaubt sind ostfriesische Zwischennamen, sowie sehr seltene, ungewöhnlichen Nachnamen, wie etwa Birkenfeld. Aber auch Familiennamen, die hauptsächlich als Vornamen bekannt sind, etwa Gerhart. Dann darf der Vorname auch keinen Titel wie Lord oder Prinzessin darstellen oder suggerieren und kann nicht rechtlich geschützt werden.

Na wie wärs mit Fanta als Rufnamen? Entschied das Gericht richtig?

Borussia als Vorname ist nicht eintragungsfähig (AG Kassel 765 III 56/96)
meine Meinung: Sehe ich vollkommen richtig
Navajo ist als Vorname nicht eintragungsfähig (StAZ 1995, 45–46)
meine Meingung1: Absolut ok das als Indianerstamm bekannter Ausdruck
Birkenfeldals männlicher Vorname ist eintragungsfähig (NJW-RR 2000, 1170–1171)
meine Meinung2: ist eindeutig ein Geo-Name, als Nachname ok aber als Vorname absolut nicht
November als Vorname für beide Geschlechter ist eintragungsfähig (LG Bonn 4 T 202/06)
meine Meinung3: bin hier gespalten, dann müßten ja alle Monate freigegeben werden oder
Heike ist als alleiniger Vorname für den süddeutschen Raum abgelehnt worden, da das Geschlecht nicht hinreichend zu erkennen ist (NJW 1982, 2262–2262)
meine Meinung4: bin aus Süddeutschland und kann das nicht nachvollziehen
Josephin als alleiniger Vorname für ein Mädchen ist nicht eintragungsfähig (NJW-RR 1994, 580–581)
meine Meinung5: Joseph ist der männliche Part, unverständlich was meinst du?
So und wer noch nicht Bluna genug ist, dem hat dieses Urteil sicher endlich den Rest gegeben:
Fanta als weiblicher Vorname ist eintragungsfähig (StAZ 1999, 147–148)
meine Meinung6: Totaler Schwachsinn dieses Urteil

Und wie ist Ihre Meinung zu diesen Urteilen? Schreiben Sie doch einen Kommentar, was Sie dazu meinen!

Was bedeutet Nachname?

Im Gegensatz zum Vornamen, welcher individuell einem Menschen zugeordnet wird, kann der Nachname von einer ganzen Familie getragen werden. Die Geschwister Tina Maier und Gaby Maier nutzen verschiedene Vornamen, tragen aber den gleichen Nachnamen. Sie gehören zu der Familie Maier. Aus diesem Grund sprechen wir auch in vielen Fällen vom Familiennamen. Der Nachname kann auch aus mehreren Teilen bestehen, je nach Region und Land sind die Gepflogenheiten hierbei unterschiedlich. In Deutschland hat im Jahr 2009 der Bundesgerichtshof in einem Fall entschieden, dass man maximal zwei Nachnamen haben darf. Im Gegensatz dazu haben etwa Araber oft vier, fünf oder mehr Nachnamen, warum das dort üblich ist, kann hier nachgelesen werden.

Was ist der Mädchenname oder Geburtsname?

Der Mädchenname oder auch Geburtsname bezeichnet ebenfalls den Nachnamen oder Familiennamen einer Person, speziell wenn diese geheiratet hat und ihren Nachnamen geändert hat.
Heiratet die oben genannte Tina Maier etwa einen Ralf Müller, kann sie ihren Nachnamen entweder behalten, oder sie nennt sich Tina Müller wie ihr Mann, oder wird zur Tina Maier-Müller.
Oft nimmt die Frau den Nachnamen des Mannes an, heir also Tina Müller. Hier entstand der Begriff Mädchenname. Der Mädchenname bezeichnet den Nachnamen, den sie als Mädchen noch trug, also Maier. Früher war es noch wichtig, etwa bei einer Bewerbung, den Geburtsnamen anzugeben. Heute schauen die Personaler nicht mehr auf diesen Punkt.