Wenn wir an Nordsee oder Ostsee, Rostock, Hamburg, Stralsund oder Lübeck denken, kommt uns natürlich als erstes das Wort „Urlaub“ in den Sinn. Außer Sonne, Strand und Meer, fallen uns diverse andere Schlagworte ein, wie: alte Hansestädte, Hafenanlagen, Fischerei und Schiffe… Dahinter verbirgt sich der umfangreichste Teil der maritimen Wirtschaft Deutschlands.

Stapenlauf AIDAdiva in Hamburg, Deutschland

Stapellauf AIDAdiva in Hamburg, Deutschland

Schiffsbau

Ein Wirtschaftszweig mit langer Tradition, erstaunlicher Innovationskraft, großem Know-how und über 400.000 Arbeitnehmern. Dazu gehören der Schiffbau und seine Zulieferindustrien, Schifffahrt, Häfen, Meerestechnik, Fischerei und die Binnenschifffahrt.
Beim Schiffsbau liegen die deutschen Werften europaweit an führender Stelle und weltweit an vierter Position. Die deutsche Handelsflotte ist mit derzeit 3.350 Handelsschiffen die drittgrößte auf dem gesamten Globus. Ein Bereich mit zunehmend wachsender Bedeutung und riesiger Leistungsfähigkeit ist die Meerestechnik. Hier geht es um die Bereiche maritime Umwelttechnik, Technik zur Gewinnung von Öl, Gas und mineralischen Rohstoffen am Meeresboden, Polartechnik, der Energiegewinnung auf See sowie der Windenergie.

Die Fischerei

Die deutsche Fischereiflotte umfasste zum 1. Januar 2009 1.825 Fahrzeuge. Damit zählt sie zu den zehn kleinsten Flotten in der EU. Die mehr als 40.000 im Sektor der Fischerei und der Fisch verarbeitenden Industrie beschäftigten Menschen versorgten Verbraucher in 2013 mit über 1,1 Millionen Tonnen qualitativ hochwertigem Fisch und Meeresfrüchten.
Eine weiter wachsende Bedeutung haben unsere Seehäfen. Der Hamburger Hafen, „Das Tor zur Welt – Im Herzen Europas“, wie das Hamburger-Hafen-Marketing ihn treffend bezeichnet, ist die Krönung der deutschen Seehäfen. Er steht auf Platz zwei der größten Containerhäfen Europas und ist der elftgrößte weltweit.

Über 120 deutsche Reedereien haben ihren Firmensitz in der Hansestadt; unter anderem die Dr. Peters Gruppe aus Dortmund, der die zweitgrößte Tankerflotte Europas gehört. Um die besonderen logistischen Herausforderungen der Zukunft erfolgreich bewältigen zu können, kooperiert der Hamburger Hafen mit den Elbehäfen Brunsbüttel, Cuxhafen und Glückstadt sowie den Ostseehäfen Lübeck und Kiel. Sie treten im internationalen Wettbewerb als nordeuropäische Metropolregion auf.
Der Hamburger Hafen hat schon lange Beständigkeit als Ziel- und Ausgangshafen für große Kreuzfahrtschiffe. Im Sommer 2009 wurde für diesen wachsenden Schiffahrtszweig in Hamburg-Altona ein zweites Kreuzfahrtterminal eröffnet. Das Einlaufen oder Ablegen der großen Kreuzfahrtschiffe ist immer wieder ein großes Erlebnis und Anziehungspunkt für viele Hamburg-Besucher. Diese besondere Attraktion können Sie beispielsweise auf einer Klassenfahrt erleben.
Der Hamburger Hafen ist seit vielen Jahrhunderten Umschlagplatz für Waren und Güter verschiedenster Art aus und in alle Herren Länder. Z.B. ist er der drittgrößte Gewürzumschlagplatz der Welt. Hamburg war schon im Mittelalter das Zentrum des Pfefferhandels in Mitteleuropa. Der Handel mit Gewürzen brachte in der damaligen Zeit für viele Hamburger Kaufleute Reichtum und Wohlstand. Daher kommt auch die etwas ironische Bezeichnung „Pfeffersack“ für einen reichen und auf Macht ausgerichteten Menschen.

Kaffeehandel in Hamburg

Weiterhin hat der Kaffeehandel in Hamburg eine lange Tradition. Bereits Anfang des 17. Jahrhunderts trafen erste Kaffelieferungen aus den arabischen Ländern hier ein. Der zunehmende Kaffehandel gab letztlich den Ausschlag für den Bau der Speicherstadt Ende des 19. Jahrhunderts. Die Lagerhäuser der Speicherstadt boten für den Kaffee gleichmäßige klimatische Bedingungen.

Mittlerweile ist Hamburg der weltweit größte Importhafen für Kaffee. Mehr als 90% des grünen Kaffees werden hier umgeschlagen. Heute werden diese Produkte in Containern transportiert und in klimatisierten Hallen gelagert. Bei einer Hafenrundfahrt mit Besichtigung der Speicherstadt, einer Terminalbesichtigung oder einer Fachführung können Sie diese Dinge und viel mehr hautnah erleben, sowie viel Wissenswertes und Interessantes über den Hamburger Hafen erfahren. Dies ist auch in Gruppen im Rahmen einer Klassenreise möglich.

Die Ostsee

Auch der Ostseehafen Rostock-Warnemünde hat lange Traditionen und einiges Sehenswertes für seine Besucher zu bieten. Rund 2,4 Millionen Fährpassagiere setzen hier pro Jahr über; damit ist er der bedeutendste Fährhafen Deutschlands und hat mehrere Linienanbindungen nach Nordeuropa. Wenn man auf der beschaulichen Mole in Warnemünde entlang bummelt, kann man von Zeit zu Zeit die großen Schwedenfähren aus der Nähe bestaunen.

Weiterhin hat sich Rostock-Warnemünde in den letzten Jahren, ähnlich wie Hamburg, mit über 100 Anläufen auch zu einem der wichtigsten Kreuzfahrthäfen entwickelt. Bei einer Hafenrundfahrt kann man die großen Kreuzfahrtschiffe und die Hafenanlagen z.B. mit dem Ölhafen, aber auch die riesigen Werften anschauen. Sie gehören zu den effektivsten und modernsten Werften weltweit, auch wenn sie derzeit stark unter der Wirtschaftskrise leiden.