Die zweitgrößte Stadt der italienischen Provinz Veneto ist Verona. Sie liegt an der Doppelschleife der Etsch, die hier in die Poebene eintritt, nur 30 km vom Gardasee entfernt und am südlichen Ausläufer der Lessiner Hügel. Verona wurde zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt, denn hier erlebt man Wohnen mit der Geschichte. Verona gehört zu den wenigen Städten mit fünf Stadtmauerringen aus unterschiedlichen Epochen.

Die Strassen in Verona, Italien

Die Strassen in Verona, Italien

Shakespeare: “Romeo und Julia”

Berühmt geworden ist Verona durch den Dichter Shakespeare, der das Liebesdrama “Romeo und Julia” in dieser Stadt spielen lässt. Die Familien aus dieser Dichtung mit Namen Montecchi und Capuleti gab es tatsächlich, es existieren Hinweise auf das Vorhandensein während Dantes Aufenthalt in der Stadt im heutigen Haus der Julia. Dieses Haus mit dem berühmten Balkon hat einen Innenhof mit einer Statue der Julia, und täglich kommen unzählige Besucher hierhier.

Ponte Pietra

Eine Sehenswürdigkeit ist die Ponte Pietra, eine römische steinerne Brücke über die Etsch. Nachdem ein Teil der fünf Bögen noch 1945 zerstört wurde, hat man die Brücke mit den originalen Steinen aus dem Fluss gerettet und kurz darauf wieder aufgebaut.

Über diese Brücke gelangt man in die Altstadt und kommt kurz darauf zur Piazza delle Erbe, dem ältesten Platz der Stadt, wo noch heute die alten Häuser mit Fresken zu bewundern sind. Auf dem Platz steht ein Brunnen, der aus Teilen der antiken römischen Thermen gebaut wurde und auf dem die Madonna Verona thront.. Auf dem Platz unterhalb des Torre Lamberti, von dem aus man einen fantastischen Blick über den Platz und die Stadt hat, stehen etliche Verkaufsstände, die von Touristen für den Erwerb von Souvenirs besucht werden.

Berühmtestes Bauwerk Veronas

Das wohl berühmteste Bauwerk ist die Arena, das drittgrößte römische Amphitheather. In den Sommermonaten ist die Arena Schauplatz der Opernfestspiele. Hier haben etwa 20.000 Besucher Platz und genießen die Aufführungen unter freiem Himmel.

Im Jahre 1117 wurde die Stadt durch ein schweres Erdbeben beschädigt, ein Teil des Aussenringes der Arena wurde zerstört und später in einem weiteren Erdbeben noch mehr beschädigt. Übrig geblieben ist davon ein einziger sogenannter “Flügel”.

Geschichte

Verona war eine Gründung der Räter und Euganeer, wurde um 550 v. Chr. vom gallischen Stamm der Cenomanen erobert und war erst ab 89 v. Chr. römische Kolonie. Das gut erhaltene Amphitheater – die Arena – entstand erst mehr als ein Jahrhundert später.

Erst als Kolonie des Kaisers Augustus wurde Verona eine große Stadt. Decius schlug hier 249 den Kaiser Philippus Arabs, Konstantin 312 den Pompejanus (Schlacht von Verona). 402 gelang Stilicho hier ein Sieg über Alarich. Attila plünderte und verwüstete 452 die Stadt. Dann war sie neben Pavia und Ravenna Residenz des Ostgotenkönigs Theoderich, der hier 489 Odoaker besiegt hatte und in der Sage Dietrich von Bern heißt. Aus dieser Zeit stammt der alte Name der Stadt: „Dietrichsbern“. Weiterhin war in alter Zeit die Bezeichnung „Welsch-Bern“ gebräuchlich.

Im 5. und 6. Jahrhundert war Verona nicht nur Residenz der Ostgoten, sondern auch für den Langobardenkönig Alboin, bis es an das fränkische Reich kam. In der Folge der verheerenden Ungarneinfälle ab 899 in Oberitalien, wurde die stark befestigte Stadt nach 900 Sitz einer Münzstätte, die zum Ausgangspunkt des Veroneser Währungsraums wurde. Ab 952 gehörte Verona zur gleichnaigen Markgrafschaft und damit zum Herzogtum Bayern und (ab 976) zu Kärnten. Erst zu Beginn des 12. Jahrhunderts wurde der Ort selbständig und besaß eigene Stadtrechte. 1184 fand das Konzil von Verona statt.

Im Kampf gegen Kaiser Friedrich I. stand Verona mit an der Spitze des Lombardischen Städtebundes. Darauf wurde es durch die Parteikämpfe der Adelsparteien, der Montecchi (Ghibellinen) und der San Bonifazios (Guelfen), erschüttert. Zu Anfang des 13. Jahrhunderts bemächtigten sich die Ezzelini, die Beschützer der Montecchi, der Stadt. Nach dem Tod Ezzelinos da Romano (1259) wählten die Veroneser 1260 Mastino I. della Scala zum Oberhaupt (Podestà), dessen Familie 127 Jahre lang herrschte und unter Cangrande I. della Scala ihre höchste Macht und Blüte erreichte.

1387 kam Verona unter Mailands, 1405 unter Venedigs Herrschaft. Nach dem Ende der Republik Venedig ging Verona im Frieden von Campo Formio 1797 an Österreich; der vorherige, antifranzösische Aufstand der Veroneser zu Ostern wurde blutig niedergeschlagen. Unter österreichischer Herrschaft war die Stadt Teil des oberitalienischen Festungsvierecks, das 1815 zur Verteidigung der österreichischen Besitztümer in Italien in den Orten Peschiera, Mantova (Mantua), Legnago und Verona errichtet wurde. Der Ausbau wurde zwischen 1833 und 1866 von österreichischen Pionieren nach Plänen des Ingenieurgenerals Franz Scholl vorgenommen.

1866 kam Verona als Ergebnis des Deutschen Kriegs zum Königreich Italien. Heute ist die Stadt durch die Nähe zum Gardasee und zu Venedig ein beliebtes Ausflugsziel für Touristen und wirtschaftliches Zentrum der Region Venetien. 2000 wurde die Altstadt in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.