Heute und auch schon vor Jahrhunderten war das Land Italien ein beliebtes Ziel für Reisen. Natürlich kann man heutzutage mit dem Auto, Bus oder Flugzeug bequem in das Land, das wie ein Stiefel aussieht reisen, doch im 17.und 18. Jahrhundert war eine solche Strecke ein Akt, der mehrere Wochen in Anspruch nahm.

Trevi Fontaine in Rom, Italien

Trevi Fontaine in Rom, Italien

Johann Wolfgang von Goethe

Dennoch nahm der wohl größte deutsche Dichter Johann Wolfgang von Goethe die Strapazen einer solchen Reise auf sich, um im sonnenverwöhnten Italien neue Inspiration zu finden.
Für Goethe waren vor allem die Zeugnisse der römisch-antiken Kultur ein Grund für seine Italienreise, die zwar nur für wenige Monate geplant war, doch im Endeffekt zwei Jahre in Anspruch nahm. Da der Dichter in den 1780er Jahren ein Ministeramt in Weimar innehatte, zehrte diese Arbeit maßgeblich an seiner Kreativität. Somit trat er eine Flucht nach vorne an und nahm sich vor, jene Stätten mit eigenen Augen zu sehen, die ihn seit seiner Kindheit fasziniert hatten. Die Kunst des Barock und der Renaissance war jedoch nicht das, was er dort zu finden hoffte.

Die erste Station, die Goethe erfüllte, waren die Ruinen der Arena in Verona. Die Hauptstadt Rom war für Goethe faszinierend genug, um dort insgesamt mehr als ein Jahr zuzubringen. Während dieser Reise entdeckte der Dichter seine Kreativität in vielen Bereichen der Kunst wieder und er brachte unzählige Zeichnungen und Schriftfragmente mit zurück nach Deutschland. Auch sein Stil veränderte sich zu dieser Zeit maßgeblich, denn vor allem seine Gedichte über Liebe und Romantik erschienen auf einmal mit Herzblut erfüllt.

Nach seiner Rückkehr veröffentlichte Goethe im Jahr 1829 das Reisetagebuch, das er während seines Aufenthaltes in Italien geführt hatte. Darin sind seine Eindrücke über die Kultur und die Menschen des Landes niedergeschrieben, doch wenn man es liest, erfährt man mehr über den Dichter als über das bereiste Land. Goethe unternahm noch zwei weitere Reisen nach Italien, doch diese blieben hinter seinen Erwartungen zurück.