Die Veränderung der Welt hin zu immer mehr Modernität und Industriealität hat nicht nur in Deutschland ihre Spuren hinterlassen. Die veränderten Lebensbedingungen und Bedürfnisse der Menschen haben auch in der Türkei zum Aussterben einiger einstmals höchst angesehener Berufe geführt, von denen ein paar hier nun vorgestellt werden sollen.

Gewuerzmarkt
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Handwerkliches Geschick in der Türkei

Das Erlernen dieser Handwerke erforderte in vergangenen Zeiten großes Handwerkliches Geschick und eine Menge Erfahrung, doch heute wird die meiste Arbeit von Maschinen in deutlich kürzerer Zeit erledigt.
Es gab in der Türkei lange den Beruf des Kececilik, der sich auf die Herstellung des Stoffes Kece spezialisiert hatte. Dieser wurde aus Haaren, Wolle oder Borsten hergestellt, indem die Fasern in nassem Zustand zertreten werden, um die Fasern zu splitten und die einzelnen Elemente zu verbinden. Aus Kece bestanden Zelte, Decken oder Kleidung.
Auch der Nalbantlik ist heute nahezu ausgestorben. Übersetzt bedeutet es Hufschmied. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts gab es mehr als ausreichend Arbeit für diesen Berufszweig, da im Osmanischen Reich Zivilisten und vor allem das Militär auf Pferde angewiesen waren.

Mit dem Sedefkarlik ist nicht nur ein Beruf, sondern auch eine jahrhundertelang als sehr wertvoll betrachtete Kunstform verschwunden. Der Sedefkar war im Osmanischen Reich besonders im 16. Jahrhundert ein hoch geschätzter Handwerker, dessen Gebiet die Verarbeitung von Perlmutt zur Verzierung diverser Objekte war. Heute besteht kein Bedarf mehr an solcherlei Verzierung, doch im Museum Topkapi werden noch alte Kunstwerke dieser Machart restauriert und ausgestellt, die man in einem Türkeiurlaub unbedingt besichtigen sollte.
Vor Beginn der Industriellen Revolution hatte auch die Cömlekcilik (Töpferei) einen hohen Stellenwert in der Türkei. Die ältesten Funde wurden etwa auf das Jahr 6500 vor Christus datiert. Einige Städte waren vor allem für ihre Keramikarbeiten bekannt und berühmt. Ab dem 12. Jahrhundert wurde hier auch kostbares Porzellan hergestellt.