Zunehmend mehr deutsche Unternehmer lassen im Ausland forschen und entwickeln
dort ihre Produkte. Einer Studie aus dem Jahr 2005 zufolge, zieht es mehr als 98 %
der befragten Unternehmen ins mittel- und osteuropäische Ausland.

Altstadt von Cheb, Tschechien

Altstadt von Cheb, Tschechien

Polen und die Tschechische Republik liegen bei der Markteinführung deutscher Unternehmen an
erster Stelle, gefolgt von Ungarn und Russland. Deutschland und die Tschechische
Republik haben schon immer ungeachtet von geschichtlichen Belastungen intensive
kulturelle und geschäftliche Beziehungen gepflegt. Deutsche Unternehmen sind die
wichtigsten Handelspartner und Investoren des Landes. Mit dem EU-Beitritt
Tschechiens hat sich die Zusammenarbeit noch intensiviert. Allein in der Industrie
werden mittlerweile rund 2000 ausländisch kontrollierte Betriebe mit mehr als 20
Mitarbeitern gezählt. Sie beschäftigen fast eine halbe Millionen Menschen und
erzielen in ihren Produktionsstätten in Tschechien circa 60 Prozent der Gesamterlöse
und generieren dort drei Viertel ihrer Exportumsätze.

Die Zahl der Firmen mit deutschem Hintergrund wird von der Kapital-Informationsagentur Cekia – vom
Selbstständigen bis zum Großunternehmen – auf fast 11.000 geschätzt.
Während lange Zeit internationales Engagement als Privileg von Großkonzernen galt,
wollen oder müssen sich heute immer mehr kleine und mittelständische
Unternehmen international orientieren, um neue Märkte zu erschließen oder
Geschäftsprozesse zu optimieren. Eine Markteinführung im Nachbarland
Tschechische Republik erscheint nicht nur nahe liegend, sondern aufgrund des
volkswirtschaftlichen Wachstums auch lukrativ. Dabei ist die Tschechische Republik
nicht nur als Beschaffungsmarkt, sondern vor allem als Absatzmarkt für deutsche
Produkte von großer Bedeutung. Ein Unternehmen, das diese Märkte und ihre
Gepflogenheiten nicht kennt, dort jedoch ein Engagement in Form von
Direktinvestitionen eingehen möchte, kann zur Markteinführung auf die Hilfe einer
Beratungsgesellschaft zurückgreifen. Die Beratungsgesellschaft erarbeitet
länderspezifische Analysen und Bewertungskonzepte. Gerade den klein- und
mittelständischen Unternehmen fällt es häufig schwer, ein international erfahrenes
und mit den Risiken einer Auslandsinvestition vertrautes Management bereitzustellen.
In diesem Zusammenhang übernimmt die Beratungsgesellschaft die Bewertung der
Länderrisiken, die sich im Rahmen von Direktinvestitionen ergeben.